Heilig Abend: „Was würdest du …?“ – Vom Mut, im richtigen Moment loszugehen.
- Mandy Schloderer

- 24. Dez. 2025
- 2 Min. Lesezeit
Manche Fragen kommen leise daher – und entfalten ihre Wirkung erst, wenn man beginnt, sie wirklich zu beantworten.
Die letzte Frage unserer Interviewreihe war genau so eine. Vielleicht auch deshalb, weil sie nicht nach Technik, Training oder Zielen fragt, sondern nach Haltung.
Was würdest du anderen Menschen mitgeben, die zögern, im Alter etwas Neues zu beginnen?
Fritz’ Antwort beginnt nicht mit einem großen Motto und endet nicht mit einem erhobenen Zeigefinger. Stattdessen nimmt er uns mit in einen Denkprozess, der vielen vertraut sein dürfte: Zweifel, Abwägen, Innehalten – und dann doch eine klare Richtung.
Er macht deutlich: Niemand ist allwissend. Niemand hat das Recht, anderen vorzuschreiben, wie sie ihr Leben zu gestalten haben. Und trotzdem gibt es Erfahrungen, die man teilen kann.
Ein zentraler Punkt ist dabei die Gesundheit. Nicht als Ausrede, sondern als verantwortungsvolle Grundlage. Prüfen, was möglich ist. Im Zweifel Rücksprache halten. Weder überstürzt handeln – noch sich durch endloses Zögern selbst blockieren.
Dann folgt etwas, das im Karate wie im Leben gleichermaßen gilt: Wähle etwas, das Freude verspricht. Nicht das, was „man“ machen sollte. Nicht das, was andere erwarten. Sondern das, wofür es sich lohnt, Zeit und Energie zu investieren.
Eine Probestunde. Ein ehrlicher Moment danach. Passt es – oder eben nicht? Beides ist in Ordnung. Niemandem muss etwas bewiesen werden. Weder Freund*innen noch der eigenen inneren Stimme, die manchmal erstaunlich streng sein kann.
Besonders wertvoll ist Fritz´ Gedanke zum Umgang mit Schwierigkeiten:
Wenn es hakt, lohnt es sich, erst einmal dran zu bleiben. Lösungen zu suchen. Denn das Gefühl, etwas zu bewältigen, das man sich selbst nicht zugetraut hat, ist zutiefst befriedigend. Und wenn es wirklich nicht geht? Dann darf man auch loslassen. Zeit ist begrenzt – und zu kostbar für Dinge, die dauerhaft keine Freude machen.
Was keinen Platz haben sollte, sind Sätze wie:
„Ich bin zu alt.“
„Was werden die anderen denken?“
„Das ist doch lächerlich.“
Die Antwort darauf ist so schlicht wie befreiend: Na und? Alt werden wir alle – wenn wir Glück haben. Lernen können wir trotzdem. Oder gerade deshalb.
Vielleicht ist das die Essenz diese letzten Interviews:
Nicht kopflos losstürmen. Aber auch nicht stehen bleiben.
Gesundheit prüfen. Überlegen – aber nicht zu lange. Beginnen. Erfahrungen sammeln. Und akzeptieren, dass eine olympische Medaille vermutlich nicht mehr auf uns wartet. Dafür aber etwas viel Wertvolleres: Entwicklung, Freude und neue Perspektiven.
Dass Fritz sich durch diese Fragen gezwungen sah, sich selbst genauer anzuschauen, passt gut zu diesem Tag. Heiligabend ist oft genau das: ein Moment des Innehaltens, ein stilles Reflektieren.
Vielleicht ist das ein schöner Gedanke zum Abschluss dieses Interviewreihe – und ein leiser Impuls für alles, was kommt.
In diesem Sinne: Frohe Weihnachten, Zeit für Gedanken – und den Mut, Neues zu beginnen.
In liebevoller Erinnerung, Mandy



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